Werden und Wesen eines Sommersitzes

Als junger Wiener Chirurg kauften die Eltern des Autors, Marie (geb. Exner) und Anton v. Frisch 1882 in Brunnwinkl am Wolfgangsee ein behäbiges Bauernhaus mit eingebauter Kornmühle. Hiermit legten sie den Grundstein zu einem Feriensitz, der nun seit rund 140 Jahren besteht. Die bezaubernde Lage veranlasste das Ehepaar, in den nächsten zwei Jahrzehnten vier weitere benachbarte Häuser zu erwerben und diese unter Wahrung des äußeren Gesichts zu modernisieren.
Auch wenn die technische Entwicklung das Antlitz der Umgebung seit damals einschneidend verändert hat, so hat der Brunnwinkl trotz allem seine schlichte Schönheit bewahrt. Das kleine Reich dient der Familie nun bereits in der 6. Generation als Feriendomizil und Rückzugsort.
Als jüngster Sohn von Anton und Marie erlebte Karl von Frisch das Werden und Wesen dieses einzigartigen Familiensitzes von Anfang an bis ins hohe Alter von 96 Jahren mit. Nicht zuletzt prägten ihn die Sommer im Brunnwinkl in Hinblick auf seine naturwissenschaftliche Karriere: In diesem Umfeld unternahm er – nicht selten unter Mithilfe der ganzen Familie – seine Bienenversuche, die letztendlich zur Entschlüsselung der Bienensprache führten. Für seine Forschung wurde ihm im Jahr 1973 der Nobelpreis

Der Autor

Karl von Frisch, geb. 1886 in Wien, begann nach seiner Schulzeit am Schottengymnasium zunächst das Studium der Medizin, wechselte aber nach fünf Semestern zur Zoologie. Nach dem Studium in Wien und München, das er 1910 mit der Promotion abschloss, habilitierte er sich 1912 mit einer Arbeit über die Farbanpassung bei Fischen. 
Während des 1. Weltkriegs war er 1914 bis 1919 als Hilfsarzt am Rudolfinerkrankenhaus in Wien tätig. 1921 wurde er Institutsdirektor für Zoologie an der Universität in Rostock, ab 1925 übernahm er die Leitung des zoologischen Instituts in München. 
Während des 3. Reichs verlor er wegen seiner jüdischen Großmutter beinahe seine Stelle, nachdem er aber die Steigerung der Honigproduktion wissenschaftlich verfolgte, wurde seine Tätigkeit als systemrelevant für die Ernährung der Bevölkerung eingestuft und er durfte sein Amt behalten. 
1946 wechselte er an die Universität in Graz, 1950 kehrte er an das Zoologische Institut in München zurück. 1958 wurde er emeritiert, setzte jedoch seine Forschungstätigkeiten fort.
Bekannt wurde Karl von Frisch vor allem durch seine Untersuchung der Honigbiene, deren Orientierungsvermögen und Tanzsprache er erforschte. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, u.a. im Jahr 1973 den Nobelpreis für Physiologie & Medizin.
Karl von Frisch starb 1982 in München.

Der Umgang mit dem Coronavirus von Wuhan bis Taipei

Es gibt unzählige Artikel über die Corona-Situation und die Rolle, die China darin spielt. Selten wird jedoch die Perspektive Chinas oder Taiwans beachtet. Was hat sich in den chinesischsprachigen Ländern seit dem Ausbruch des Virus abgespielt? Ein Team von Nachwuchswissenschaftler:innen hat chinesischsprachige Internetquellen ausgewertet und gibt Antworten auf Fragen zur Herkunft des Virus, zur Anzahl der gemeldeten Todesfälle, zum Umgang mit Whistleblowern uvm.

Die Herausgeberinnen

Dr. Josie-Marie Perkuhn ist Postdoc am Institut der Sozialwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Außenpolitik und die Rolle Chinas in den Internationalen Beziehungen.

Mariana Münning ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. Sie forscht, lehrt und publiziert v.a. in den Bereichen Sprachwissenschaft, Sprachplanung und Schulbücher im China des 20. Jh. Sie ist amtierende Vorsitzende von SHAN e.V.

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